Vojta-Therapie

Die Vojta-Therapie ist für Physiotherapeuten durch eine Weiterbildung mit Zertifikats­abschluss erlernbar.

Die Therapie ist für Säuglinge, Kinder und Erwachsene geeignet, um die Bewegungs­koordination beim Greifen, Aufrichten, Laufen und Sprechen zu verbessern. Sie wird seit fast 50 Jahren angewandt bei Fehl­entwicklungen bzw. Störungen des Gehirns und des Bewegungs­apparates. Das Gehirn wird dabei dazu angeregt, angeborene, gespeicherte Bewegungs­muster zu aktivieren.

Natürliche, angeborene Fähigkeiten des Patienten werden aktiviert.

Die in der Therapie aktivierten Bewegungsmuster des Reflexumdrehens und des Reflexkriechens dienen der Funktions­verbesserung der Skelett­muskulatur (Wirbelsäule, Kopfgelenke werden eingestellt und beweglicher, Zentrierung der Gelenke, Hände und Füße lassen sich gezielter einsetzen). Der Gesichts- und Mundbereich, die Atemfunktion, das vegetative Nervensystem, die Wahrnehmung und letztendlich auch die Psyche werden verbessert.

Die Bewegungsabläufe der Reflex­lokomotion sind immer gleich und jederzeit abrufbar.

Zu den Grund­positionen gibt es zahlreiche Variationen. Die Therapie wird individuell auf das Krankheitsbild und dem Behandlungs­ziel des Patienten angepasst.

Eingesetzt wird die Therapie bei:
– zentralen Koordinations­störungen im Säuglingsalter
– Bewegungs­störungen als Folge von Hirnschädigungen
– peripheren Lähmungen der Arme und Beine
– Funktions­einschränkungen der Wirbelsäule (Skoliose)
– orthopädisch relevanten Schädigungen der Schultern und Arme, der Hüfte und der Beine, insbesondere im Wachstum
– Problemen der Atmungs-, Schluck- und Kaufunktion
– zur Mitbehandlung von Fehlentwicklungen der Hüften